Núria Amigor Graus Vision: Führung und Inklusion bei Biosfer Teslab
Der Führungsweg von Núria Amigor Grau begann in der Wissenschaft, wo sie vier Jahre tätig war. Anschließend arbeitete sie 13 Jahre bei Biosfer Teslab, wo sie sich von der wissenschaftlichen Direktorin zur Geschäftsführerin entwickelte.
Ein zentraler Bestandteil ihrer Führungsvision ist der Umgang mit “Traumata” als Auslöser für bedeutende Veränderungen. Ein Beispiel, das sie im Interview nennt, ist das Ausscheiden eines wichtigen Teammitglieds. Obwohl dieses Ereignis zunächst belastend war, eröffnete es der Organisation die Möglichkeit, neue Routinen und Protokolle einzuführen. Daraus entstand das Prinzip der kollektiven Kompetenz: Mindestens zwei Personen im Team sollten jede spezifische Aufgabe beherrschen. Dadurch wurde die Arbeitsumsetzung verbessert und die Auswirkungen zukünftiger Veränderungen reduziert.
Bei Entscheidungsprozessen verfolgt Núria einen stark analytischen Ansatz. Sie ist überzeugt, dass wichtige Entscheidungen – wie im Leben allgemein – nicht „auf der Welle der Emotion“ getroffen werden sollten. Stattdessen erfordern sie gründliche Reflexion, Bewertung und Analyse sowie eine gewisse emotionale Distanz, um sie rational beurteilen zu können. Auch wenn sie sich bei komplexen Entscheidungen Zeit für Überlegungen nimmt, bedeutet das nicht Langsamkeit, sondern eine sorgfältige Analyse der ersten Schritte und möglichen Veränderungen.
In einem kleinen Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden werden Inklusion und Respekt durch häufige und sehr partizipative Meetings gefördert. Núria betont, wie wichtig es ist, aktiv nach den Meinungen aller Teammitglieder zu fragen, anstatt sie einzufordern. Ihr Ziel ist, dass ihr Team den Wunsch hat, gemeinsam mit der Organisation zu wachsen. Dieses Gefühl der Zugehörigkeit verbindet persönliches Wachstum mit der Entwicklung des Unternehmens.
Núrias Führungsstil schafft ein Umfeld, das trotz seiner kleinen Größe Inklusion und organisationale Resilienz fördert. Durch kontinuierliches Lernen und geteilte Verantwortung entsteht eine Struktur, die sich wie ein lebendiger Organismus an Herausforderungen anpasst und ihre internen Abläufe stetig weiterentwickelt.