Modul 4. Unbewusste Vorurteile erkennen und inklusiv entscheiden
Detaillierte Übersicht
Allgemeine Beschreibung der Einheit
Diese Einheit untersucht, wie persönliche Werte, Annahmen, Privilegien und unbewusste Vorurteile Führung und alltägliche berufliche Entscheidungen beeinflussen. Während sich die vorherigen Module stärker mit organisationalen Strukturen und Prozessen befassen, richtet diese Einheit den Blick auf die individuelle Rolle von Führungskräften, Manager*innen, pädagogischen Fachkräften und anderen Berufstätigen bei der Gestaltung inklusiver Umgebungen. Die Teilnehmenden setzen sich mit zentralen Konzepten wie unbewussten Vorurteilen, Intersektionalität, Positionalität, Privilegien, Selbstreflexion und inklusiver Entscheidungsfindung auseinander. Mithilfe angeleiteter Reflexionsübungen und praxisnaher Beispiele aus dem Arbeitsalltag erkennen sie, wie die eigene Perspektive und persönliche Erfahrungen Urteile und Handlungen prägen. Der starke Praxisbezug unterstützt die Teilnehmenden dabei, Erkenntnisse direkt in ihren beruflichen Kontext zu übertragen und gerechtere, inklusivere Führungspraktiken zu entwickeln.
Zielgruppe
Das Programm richtet sich an Manager*innen, Teamleitungen, pädagogische Fachkräfte und weitere Berufstätige in organisationalen Arbeitskontexten.
Zentrale Lernziele
Das Bewusstsein für unbewusste Vorurteile und deren Einfluss auf Führung und Entscheidungsfindung schärfen; die kritische Reflexion persönlicher Werte, Annahmen, Privilegien und der eigenen Positionalität fördern; inklusive und gerechte Führungspraktiken stärken; die Teilnehmenden bei der Anwendung biassensibler Strategien in beruflichen Situationen unterstützen; und nachhaltige, verantwortungsvolle und inklusive Entscheidungsprozesse in vielfältigen Organisationen fördern.
Konkrete Lernergebnisse
- Wissen
Unbewusste Vorurteile erklären und ihre Bedeutung für Führung einordnen, häufige Formen von Bias in Entscheidungsprozessen erkennen und die Bedeutung inklusiver Entscheidungsfindung verstehen. - Fähigkeiten
Eigene Annahmen und Entscheidungsmuster reflektieren, die Auswirkungen von Bias in beruflichen Situationen erkennen und Strategien für inklusivere Entscheidungen anwenden. - Haltung
Offenheit gegenüber unterschiedlichen Perspektiven zeigen, das Bewusstsein für eigene Vorurteile stärken und sich zu inklusiven Führungspraktiken verpflichten.
Voraussichtliche Dauer
2 Stunden
Schlüsselbegriffe
Unbewusste Vorurteile – Inklusive Führung – Intersektionalität – Selbstreflexion – Inklusive Entscheidungsfindung
Aktivität 1: Bingo
Die Teilnehmenden lernen sich in einem interaktiven Eisbrecher kennen, entdecken gemeinsame Erfahrungen und bauen Vertrauen in der Gruppe auf. Durch Bewegung und informelle Gespräche setzen sie sich mit unterschiedlichen Hintergründen, Fähigkeiten und Perspektiven auseinander.
⏱️ Dauer: 10 minuten.
👥 Format: Plenum.
🖥️ Materialien: Freie Bodenfläche, Bingo-Karten.
↔️ Raum: Ein Raum, in dem sich die Teilnehmenden frei bewegen können.
Aktivität 2: Blitzfragebogen
Die Teilnehmenden füllen einen kurzen Fragebogen zur Selbstreflexion aus und schätzen ein, wie bewusst sie derzeit mit Bias, Inklusion und eigenen Entscheidungsmustern umgehen. Ein freiwilliger Austausch zu zweit ermöglicht es, Perspektiven und persönliche Erkenntnisse miteinander zu vergleichen.
⏱️ Dauer: 10-15 minuten.
👥 Format: Einzelarbeit.
🖥️ Materialien: Fragebogen, Stift.
↔️ Raum: Ein Raum mit Tischen und Stühlen.
Aktivität 3: Rad der Privilegien
Mithilfe des Privilegienrads reflektieren die Teilnehmenden ihre sozialen Identitäten, ihre Positionalität sowie Erfahrungen mit Privilegierung und Marginalisierung. Die individuelle Reflexion schärft das Bewusstsein für Intersektionalität und dafür, wie gesellschaftliche Strukturen Perspektiven und Entscheidungen beeinflussen.
⏱️ Dauer: 10-15 minuten.
👥 Format: Einzelarbeit.
🖥️ Materialien: Macht- und Privilegienrad, Reflexionsfragebogen, Stift.
↔️ Raum: Ein Raum mit Tischen und Stühlen.
Aktivität 4: Bias unter Zeitdruck – Schnelle Entscheidungen
Aktivität 4: Bias unter Zeitdruck – Schnelle Entscheidungen
In Kleingruppen treffen die Teilnehmenden unter Zeitdruck schnelle Entscheidungen zu Szenarien aus dem Arbeitsalltag. Die Übung macht sichtbar, wie unbewusste Vorurteile intuitive Urteile beeinflussen können, und regt zur Reflexion automatischer Reaktionen an.
⏱️ Dauer: 15-20 minuten.
👥 Format: Plenum und Gruppenarbeit.
🖥️ Materialien: Szenariokarten.
↔️ Raum: Ein Raum mit Tischen und Stühlen für Gruppen mit 3–4 Personen.
Aktivität 5: Gruppenpuzzle (Jigsaw)
Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam Strategien, um unbewusste Vorurteile zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. In einer Gruppenpuzzle-Methode werden sie zu „Expert*innen“ für unterschiedliche Textabschnitte und teilen ihr Wissen anschließend mit anderen. So entsteht ein gemeinsames Verständnis inklusiver Führungspraktiken.
⏱️ Dauer: 40-45 minuten.
👥 Format: Gruppenarbeit und Plenum.
🖥️ Materialien: Inputtexte, Leitfragen, Haftnotizen/Whiteboard/Flipchart.
↔️ Raum: Ein Raum mit Tischen und Stühlen für Gruppen mit 4–5 Personen.
Aktivität 6: Inklusiv entscheiden – Innehalten und Perspektiven wechseln
Die Teilnehmenden greifen Szenarien aus dem Arbeitsalltag erneut auf und analysieren sie mithilfe von Reflexionsfragen und Techniken zum Perspektivwechsel bewusster. Die Aktivität zeigt, wie ein bewusstes Verlangsamen von Entscheidungen dazu beitragen kann, Bias zu reduzieren und Inklusion zu fördern.
⏱️ Dauer: 15-20 minuten.
👥 Format: Gruppen- oder Partnerarbeit.
🖥️ Materialien: Szenariokarten.
↔️ Raum: Ein Raum mit Tischen und Stühlen für Gruppen mit 2–3 Personen.
Aktivität 7: Abschlussreflexion
Die Teilnehmenden reflektieren ihre wichtigsten Lernergebnisse und benennen konkrete Schritte, mit denen sie inklusive Führungspraktiken in ihrem beruflichen Kontext anwenden möchten. Die individuelle Reflexion stärkt das Commitment zu persönlicher und organisationaler Veränderung.
⏱️ Dauer: 10-15 minuten.
👥 Format: Einzelarbeit.
🖥️ Materialien: Reflexionsfragebogen, Stift.
↔️ Raum: Ein Raum mit Tischen und Stühlen.