Frauen gestalten den Wandel: Beispiele für regeneratives Leadership aus Katalonien
Das Projekt Fit for the Future verfolgt einen systemischen Ansatz, um arbeitsbezogene und bildungsbezogene Barrieren, die mit geschlechtsspezifischer, kultureller und intersektionaler Diskriminierung verbunden sind, abzubauen und zu überwinden. Durch Trainings zur Förderung von regenerativem Leadership stärkt die Initiative Vielfalt und Inklusion in Arbeits- und Bildungskontexten. Ein zentrales Ziel ist es außerdem, Frauen auf ihrem Weg in Führungspositionen zu unterstützen und so dazu beizutragen, die gläserne Decke zu durchbrechen.
In diesem Zusammenhang hat Edensol drei weibliche Führungskräfte aus Unternehmen in der Region Reus und Tarragona in Katalonien, Spanien, interviewt, um ihre Ansätze für regeneratives Leadership zu untersuchen. Dabei zeigten sich Empathie, aktives Zuhören und kontinuierliches Lernen als zentrale Faktoren für eine inklusivere Organisationskultur.
Die Bedeutung von Empathie
Für Júlia Vilà, Gründerin des Kleinstunternehmens Origens, das auf Töpferworkshops spezialisiert ist, bildet Empathie die Grundlage für ein inklusives und von Zusammenhalt geprägtes Umfeld. Führung bedeutet für sie nicht Kontrolle, sondern Orientierung und Unterstützung. Geprägt durch ihre persönliche Erfahrung in multinationalen Unternehmen der Videospielbranche – Arbeitsumfelder, die häufig von Isolation und mangelnder Aufmerksamkeit für die einzelne Person geprägt waren – stellt Júlia das individuelle Wohlbefinden ins Zentrum ihrer Führungsphilosophie.
Handwerkliche und künstlerische Aktivitäten werden dabei zu einem therapeutischen Instrument und zu einem Weg der Selbsterkenntnis. Sie helfen dabei, das emotionale Gleichgewicht wiederzufinden und ein tiefes Gefühl der Verbundenheit innerhalb des Teams zu fördern.
Von externen Vorbildern lernen
Ein weiteres wiederkehrendes Thema in den Interviews ist der Austausch mit externen Organisationen. Für Núria Amigor Grau, CEO des Biotechnologieunternehmens Biosfer Teslab, entstehen Impulse für neue und bewährte Ansätze durch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Organisationen aus Forschung, Wirtschaft und Bildung.
Auch Núria del Cacho Verdú, die das familiengeführte Eisdielenunternehmen Gelats i torrons Xixona in fünfter Generation leitet, erweitert ihre unternehmerische Perspektive durch den Austausch mit vertrauten Kolleg*innen und indem sie Erfahrungen und Praktiken aufgreift, die sie im Ausland kennengelernt hat.
Das Wohlbefinden der Mitarbeitenden im Mittelpunkt
Den Meinungen der Mitarbeitenden zuzuhören und sie aktiv einzubeziehen, ist ein gemeinsames Merkmal aller drei Führungskräfte. Núria del Cacho Verdú legt dabei besonderen Wert auf die Unterstützung ihrer Mitarbeitenden: Sie schafft Räume für Dialog, nimmt emotionale Belastungen wahr, um bei Bedarf psychologische Unterstützung zu ermöglichen, und setzt auf eine flexible Arbeitsorganisation, die Arbeitszeiten an die persönlichen Bedürfnisse der einzelnen Mitarbeitenden anpasst.
Für sie ist dies Ausdruck echter Menschlichkeit und nicht lediglich eine Frage organisatorischer Effizienz. Sie betrachtet diese Maßnahmen als konkretes Beispiel dafür, wie eine Organisation zu einem Umfeld werden kann, das sich wirklich kümmert, zuhört und fair anerkennt. Der respektvolle Umgang mit persönlichen Lebensumständen schafft ihrer Ansicht nach eine tiefere Verbindung zur Arbeit.
Die Erfahrungen aus Katalonien zeigen, dass der Aufbau eines regenerativen Arbeitsumfeldes nicht auf starren Formeln beruht. Vielmehr geht es darum, Menschlichkeit fest in den Arbeitsalltag zu integrieren. Indem diese drei Führungskräfte auf Empathie statt auf Kontrolle setzen, Inspiration von außen suchen und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellen, zeigen sie Wege auf, wie Vielfalt und Chancengerechtigkeit in Organisationen gestärkt werden können.